satiren


Backrezept für den idealen Mann

Man nehme:

Einen Trog Mehl aus den Kastanien des Lebens,
bilde eine Kuhle, zerbrösele die Hefe der Erotik hinein
und begieße sie mit reichlich Liebe.

Dann schnippele man kandierten Charme hinein,
gebe eine reichliche Portion Charakternüsse dazu
und mische geraspeltes Süßholz darunter.

Eine Prise selbstkritischen Pfeffers macht das Gebäck pikant,
ein kräftiger Schuss Geist treibt die Hefe an,
die Flocken der Zuverlässigkeit enthalten den nötigen Kleber..

1 Esslöffel energetische Öle machen den Teig geschmeidig,
eine Hand voll Körner Ehrlichkeit darunter gestreut
fördert die Haltbarkeit des Gebäcks.

Nun gilt es, den Teig mit Ausdauer durchzukneten,
in eine stabile Form zu legen,
und mit Wohlwollen zugedeckt gehen zu lassen.

Wenn die Mischung aufgegangen ist,
in der Hitze der Nacht solange backen,
bis die Oberfläche knusprig, das Innere weich, aber nicht schmierig ist.

Zum Schluss nochmal mit Liebe einpinseln,
damit die Kruste schön glänzt,
und mit fein gemahlener Nettigkeit überpudern.

Guten Appetit!

Warnung:

Passen Sie auf,
dass die Zutaten nicht vom Schimmel der Falschheit befallen sind,
sonst ist der ganze Kerl verdorben!

Hinweis:

Die Zutaten sind im esoterischen Raum zu bestellen
und werden nur an aufrichtige Seelen geliefert...

Lieferschwierigkeiten:

Nüsse, Flocken und Körner sind leider Mangelware.
Auch gute Formen sind leichtsinnigen Designern zum Opfer gefallen.

Guter Rat für Existenzgründer:

Es wird angeraten, selten gewordene Zutaten gezielt zu züchten
und neue haltbare Formen zu entwickeln.

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