Brot-Karriere
Ein Brot mit knackig-brauner Kruste
von seinem Schicksal noch nichts wusste.
Es schauderte, als plötzlich dann,
der Bäcker mit dem Messer kam...
Schnell sprang es von der Ladentheke,
rollte hinaus, floh seiner Wege.
Doch überall, stockschwere Not,
jagt' man das knusperfrische Brot.
Ein Regen machte dem ein Ende:
Es weichte auf - das war die Wende!
Vergammelt ging es nun auf Reisen
und landete auf Bahngeleisen.
Dort hat es fürchterlich gelitten:
Die Züge haben es zerschnitten!
Zurück blieb eine feste Scheibe,
die suchte eine trockne Bleibe.
Der Brotkern sprang in einen Wagen,
und ließ sich in die Ferne tragen.
Der Schritt erwies sich als genial:
Er kam zum Kinder-Nachtkanal.
Dort wunderte man sich nicht schlecht:
Das widerborst'ge Brot war echt!
Bald machte unser Brot Karriere
und gab sich nun als Bernd die Ehre.
Doch revoluzzern tut es weiter,
bierernst empört stimmt es uns heiter.

Leben und Tod
Wovon wir alle leben,
wonach wir alle streben,
was ist es, das uns treibt?
Was wir damit erreichen,
ist's Weisheit ohnegleichen,
an der ein Tor sich reibt?
Oder ist's nur ein Trachten,
ein oberflächlich Schmachten,
das letztlich sinnlos bleibt?
Die Nachwelt wird's erkennen
und auch beim Namen nennen,
wenn wir dereinst entleibt.

Blausternchen blink
Ich sah im Traum blaue Blumen,
die blinkten wie Sterne im Wald;
und blitzten, als wollten sie sagen,
ein treuer Freund komme bald...
Sie glimmten und blitzten und blinkten
aus dem Schatten der Bäume hervor,
als wenn Gedanken winkten
im flammenden Blüten-Chor.
Ein Wald voll funkelnder Sterne
im blauen Blüten-Meer,
die grüßten aus weiter Ferne:
“Sie her, sieh her, sieh her!“
