Nächtliches Durchhalten
Zunächst Folgendes…die ersten Nächte werden erfahrungsgemäß kurz und unruhig.
Am Besten schläft der kleine Kerl in einem Körbchen, Box, Laufstall, Kinderbett oder was ihnen da so einfällt direkt neben ihrem Bett. Da er im Normalfall seine Liegestatt nicht beschmutzen wird, meldet er sich, wenn er mal muss. Dann heißt es, Welpen unter den Arm klemmen.....und weiter wie bereits beschrieben.
Nicht jeder möchte seinen Hund mit im Schlafzimmer haben...auch kein Problem...egal wo sie das "Hundebehältnis" hinstellen...er wird sich melden, wenn er muss. Sie müssen lediglich sicherstellen, dass sie ihn auch hören. Ob sie ihn nun direkt neben die Schlafzimmertür stellen und die Tür geöffnet lassen, ins Wohnzimmer, in den Flur oder die Küche...Hauptsache sie hören, wenn er sich meldet.
Sie können auch die ersten Nächte im Wohnzimmer auf der Couch schlafen, auf einer Matratze in der Küche…ihrer Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.
Bitte kommen sie nicht auf die Idee, dem armen kleinen Kerl ab einer bestimmten Uhrzeit nichts mehr zu trinken zu geben. Das ist eine Methode, die mit Sicherheit nicht hilft und außerdem an Tierquälerei grenzt. Würden wir mit unseren Menschenkindern auch nicht machen...ein Welpe bedeutet nun mal Unruhe und Arbeit...was aber von der Freude und dem Spaß, den uns dieses kleine Wesen bringt bei Weitem überdeckt wird.
Lösungsplatz
Solange der Hund klein ist, sollten sie immer an dieselbe Stelle gehen, so lernt er schnell, dass er sich draußen lösen soll und nicht auf Mamas gutem Berberteppich…auch wenn dieser noch so schön kuschelig ist.
Dann aber sollten sie immer verschiedene Plätze aufsuchen und sich dort eben so lange aufhalten, bis sich der kleine Kamerad gelöst hat. Nie, aber auch niemals den Spaziergang abbrechen, bevor dies geschehen ist nach dem Motto: Wenn er nichts macht, muss er nicht.
Er muss immer und ein bisschen ist auch immer da, was man Frauchen zuliebe dort hinterlassen kann, wo es gewünscht wird.
Manchmal dauert es eben eine ganze Weile, bis der Platz gefunden wurde, hier piekt ein Grashalm, dort riecht es nicht gut genug und da steht vielleicht eine Pflanze, die "Hund" nicht mag...die Beweggründe, wieso dieser Platz gerade nicht genehm ist, sind vielfältig und uns bleibt nichts Anderes übrig, als einen Meter weiterzugehen...der Hund findet immer ein ihm genehmes Plätzchen.
Gehen sie immer an dieselbe Stelle, kann es zu dem Problem kommen, dass sich ihr Hund nie mehr woanders lösen will. Ich kenne einen Hundebesitzer, der musste seinen Urlaub abbrechen, weil sich die Hündin nicht gelöst hat. Gepieselt hat sie, aber mehr war nicht zu wollen und nach 5 Tagen war der Urlaub zu Ende.
Protestpinkeln
Dieser Punkt ist schnell abgehandelt: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass dieses verhalten zwar bei Katzen vorkommt, bei Hunden jedoch nicht.
Unsauberkeit
Was ist zu tun, wenn unser Hund trotz allem nicht stubenrein wird? Es gibt hier mehrere Ursachen, denen wir zunächst mal auf den Grund gehen müssen:
1)Mangelnde Sauberkeitserziehung...wird in der Regel passieren, wenn sie einen "Secondhand-Welpen(Hund) bekommen, kann aber auch vorkommen, wenn sie vielleicht noch nicht die richtige Erfahrung hatten, als ihr Welpe ins Haus kam.
2)Angst...der Welpe hat Angst vor Strafe ( aus welchem Grund auch immer ) und pieselt als Beschwichtigung. Hier hilft nur eins: Das eigene Verhalten überdenken und prüfen, ob wir nicht zu hart mit dem Kleinen umgehen oder zu inkonsequent, so dass er unser Verhalten nicht einschätzen kann.
Markierungsverhalten
Tritt etwas später auf und ist ein klares Zeichen einer Rangstörung...der Hund ist der Meinung, er steht über dem Menschen…Hier kann nur eine erfahrene Hundeschule oder ein Hundetrainer helfen, da dies eine sehr ernst zu nehmende Störung ist.
Lösen, während der Abwesenheit
Immer, wenn sie nach Hause kommen, hat ihnen ihr Welpe ( Hund ) eine Überraschung bereitet in Form von Pfützen oder netten Haufen
Hier kann eine Fehlverknüpfung stattgefunden haben.
Sie haben beispielsweise mit ihrem Welpen laut geschimpft, als sie so einen Unfall bemerkten. Das Kerlchen weis nicht, dass sie das dortige Lösen meinen…er verknüpft das Produkt mit ihrem Schimpfen. Was ist aus Sicht des Welpen zu tun??
Lösen, ohne dass sie es merken…draußen außer Sichtweite, was beim Welpen kaum möglich ist, schließlich lassen wir ihn ja nicht aus den Augen.
Also drinnen: Ab ins Nebenzimmer, Frauchen sitzt mit der netten Nachbarin bei einer Tasse Kaffee und hat mich ja in den eigenen vier Wänden nicht dauernd im Blick.
Oder...noch besser...Frauchen ist einkaufen und hat mich, da ich schon etwas größer bin,zu Hause gelassen, damit ich nicht die ganze Zeit im Auto liegen muss.
Hier ist es nicht einfach, Abhilfe zu schaffen. Sie müssen sozusagen "rückwärts" erziehen, die Verknüpfung lösen...ein nicht einfaches Unterfangen.
Lassen sie den kleinen Kerl nicht aus den Augen, ohne dass er es bemerkt. Folgen sie ihm sofort, wenn er das Zimmer verlässt...hockt er sich hin...sofort hochnehmen und raus mit ihm. Nicht schimpfen und draußen...loben. loben. loben, wenn er sich gelöst hat.
Hinterlassenschaften in der Wohnung ohne Kommentar beseitigen, den Welpen schnappen und mit ihm rausgehen.
Passiert es immer wieder, während sie abwesen sind, ist es schwieriger.
Zunächst einmal, immer noch mal mit dem Welpen Gassi gehen, bevor sie losgehen.
Eventuell können sie üben, indem sie die Wohnung mehrmals am Tag nur für 2-3 Minuten verlassen und dann zurückkehren. Wenn sie Glück haben, erwischen sie den Kleinen gerade beim Hinhocken...und dann wie oben beschrieben vorgehen. Nie, nie schimpfen...das verschlimmert die Situation auf jeden Fall.
Sie können auch mit einer zweiten Person arbeiten. Alle verlassen das Haus, lediglich einer bleibt, vom Welpen unbemerkt zurück. Der beobachtet nun sehr genau und sowie sich der Welpe hinhockt...siehe oben.
Der Hund löst sich grundsätzlich zu Hause
Sie gehen stundenlang mit ihrem Knirps spazieren...nichts!!! Kaum sind sie zu Hause, werden sie mit einem feinen Haufen belohnt!!!
Hier liegt die Ursache häufig darin, dass sie jeden Spaziergang nach dem Lösen sofort beendet haben. Unser Vierbeiner ist nun aber nicht dumm und verknüpft: Wenn ich draußen meinen Haufen mache, geht's nach Hause. Was macht er also? Logisch...er denkt gar nicht daran, sich zu lösen. Das verlängert die Spaziergänge ungemein und wenn man zu Hause angekommen ist, kann man sich ja endlich lösen.
Es bleibt ihnen nun nichts anderes übrig, als so lange mit ihrem Hund zu gehen, bis der sich gelöst hat und danach mindestens noch 5 Minuten. Genau dies sollten sie im Vorfeld immer tun, so verknüpft ihr kleiner Hausgenosse erst gar nicht falsch.
Ich selber habe das in ganz jungen Jahren einmal mit einem Bassetwelpen erlebt. ich war Berufs vorbereitend bei einer Familie im Haushaltspraktikum und die bekamen einen Welpen. Zu meinen Aufgaben gehörte es, mit ihm rauszugehen. da ich auch noch den ganzen Haushalt erledigen musste und kochen (ich war 16 und völlig unerfahren) bin ich sofort nach dem Lösen wieder reingegangen.
Nach kürzester Zeit hatte der Welpe einen Lösungsplatz gefunden...vor der Terrassentür...innen selbstverständlich. Ich bin fast geplatzt und hab den Haufen immer schnellstens beseitigt...wollte ja keinen Ärger kriegen. Gott sei Dank habe ich diese Familie aufgrund übler Umstände schon nach 4 Monaten wieder verlassen, ich weis also nicht, ob sich das irgendwann mal wieder gegeben hat.
Copyright: © Marcella Weber