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             MEHR ZUM ORT BAD

             NENNDORF  

1.        Tag in Bad Nenndorf  - Anfahrt
 
 
Kur Bad Nenndorf antreten 14:00 Uhr  steht im Text.
Nun bin ich auf die Heilbehandlungen angesetzt.
Doch zuerst kommt die Anfahrt, ich bin bereit.
Leider ist die nicht nah, sondern sehr weit.
 
Ich stehe auf zur Geisterstunde.
Frühstücke zu ungewöhnlicher Stunde.
Koffer und Gepäck hab ich gestern schon verstaut.
Mit meinem Auto bin ich bestens vertraut.
 
Der Regen setzt ein, was soll der Schmarrn.
Das heisst schlechte Sicht auf der Autobahn.
Beim Neufahrner Kreuz ist es gleich passiert.
Die Baustellen-Lichter haben mich falsch dressiert.
 
Ich fahr in die falsche Richtung, lass mich bekehren
Und muss bei der nächsten Ausfahrt wieder umkehren.
Den langsamen Transporter habe ich wieder vor mir.
Bei Lohhof lag er schon weit hinter mir.
 
Kilometer für Kilometer ohne Zeit zu verlieren.
Beim Steigerwald beschließe ich zu pausieren.
Rückenlehne herunter, eingepackt ganz warm.
So schlafe ich schnell ein und träume vom grünen Farn.
 
Der Müllwagen lädt ein – das zerbrochene Glas behende.
Mit dem Schlaf ist es schlagartig zu Ende.
Ich strecke, recke mich und bin ganz schlau.
Im Restaurant bekomme ich heißen Kakao.
 
In der Zeitung war Roberto Blanko, welch Hohn.
Mit seinem durch Seitensprung erzeugten Sohn.
Mich geht das nichts an, Beckenbauer tat es ihm gleich.
So wird die Welt durch Kinder wieder reich.
 
Weiter geht es auf der A vier .
Die Gedanken beschäftigen sich mit mir.
Stimmt nicht, A neun und jetzt A 3
Später biege ich auf die A 7  ein.
 
Zahnpasta, Shampoo hatte ich gestern noch besessen.
Tja das hab ich zum Einpacken  vergessen.
Der prasselnde Regen wird dünner.
Der Verkehr nimmt zu und wird schlimmer.
 
Lastwagen an Lastwagen reihen sich hintereinand'.
Es ist für sie Arbeit, das ist mir bekannt.
370 km die Ausfahrt heisst Fulda, zu früh  das ist doof.
Bei 470 km lockt mich hinaus der Autohof.
 
Auf dem Parkplatz schlafe ich schnell  ein
Beim leuchtenden Vormittag-Sonnenschein.
Big X-tra in USA schmeckt hervorragend, doch hier.
Mehr Pampe, das Fleisch so dünn wie Papier.
 
Ich tanke das Auto auf mit 30 Liter Sprit.
Nach dem Schlafen  (bei 471 km) bin ich wieder fit.
11:11 Uhr zeigt die Uhr, noch 130 km zum Ziel.
Das  ist eigentlich nicht mehr so viel.
 
Die EXPO ist vorbei und jeder fragt jetzt warum.
Stehen die bunt bemalten Häuser leer und  trostlos herum.
Schnellstraßen gibt es bei Hannover genug.
In Bad Nenndorf hält auch ein Zug.
 
Die Kilometer zähl ich zusammen es sind genau.
670 km von München bis zum Rheuma-Kur-Bau.
Fix und fertig komme ich an.
Beim Empfang erhalte ich schon den ersten Plan.
 
Der Arzt wartet, doch er bittet mich noch nicht herein.
Ich sitzt auf dem Stuhl und schlaf einfach ein.
Kommen Sie ruft er ganz laut, sie brauchen nicht bangen.
In der Kur-Menagerie bin ich nun gefangen.
 
Vorher die Straßenkarten, die hab ich schon vergessen.
Mit Lineal und Kuli wird mein Körper neu vermessen.
Zunge heraus und Blutdruck kontrollieren
Ja keine kostbare Zeit verlieren.
 
Im Schwimmbad ist Freizeit angesagt.
Im Hobbyraum man sich an manches wagt.
Das Abendessen wird Kredenz auf dem Buffett.
Nach dem Spieleabend gehe ich gleich ins Bett.
 

 

 

       

 

 

     
 

2.        Tag in Bad Nenndorf  - Kur-Plan
 
Um sechs Uhr klingelt der Wecker penetrant.
Das gelbe Handtuch  gibt mir nach dem Waschen die Hand.
Ein Becher gefüllt mit goldenem Saft.
Den habe ich gleich zum Labor gebracht.
 
Blut spenden musste ich, mir graust schon davor.
Klaglos und schnell war die Prozedur.
Zum Frühstück ging ich mit einem Lachen.
Bei Müsli, Wurst und erdenklich gute Sachen.
 
Auf dem Zimmer klingelte das Telefon.
Der Ehemann kontrollierte mich schon.
Wo bleibst du? Wo bist du? Was machst du jetzt?
Will er mich nerven? Mach daraus das Best‘.
 
Der Klempner klopft und bringt ein Kabel.
Währenddessen suche vergeblich eine Stopfnadel.
An der Türe kleben Zettel jede Menge.
Zettelwirtschaft bringt mich ins Gedränge.
 
Was soll ich zuerst oder wohin soll‘s gehen.
Aha, die Schwester will mich sehen.
Blass sehen sie aus!  sagt sie geschwind.
Blutdruckmessen kommt dran - liebes Kind.
 
140 zu 80 ist für heute korrekt.
Wehe wenn mich der Schwindel-Teufel neckt.
Das macht er tatsächlich eine Stunde später - doch.
Als ich im Schwefelbad nur faule Eier roch.
 
Abduschen, das lassen sie lieber sein.
Der Arzt sagt genau das Gegenteil.
Wer recht hat mit dieser Schwefel-Mixtur?
So wasche ich nur den Kopf für eine neue Frisur.
 
Beim Mittagstisch bestelle ich Menue eins.
Königsberger Klopse sollen das sein?
Das sind Schweinerouladen die haben sie bestellt.
Den Freitag haben sie versehentlich heute schon gewählt.
 
Müde bin ich, ich schlag zusammen die Hände.
Da hängen schon wieder Zettel an den Wänden.
Zurück zum Schwesternzimmer, lass mich beraten.
Über  was wohl, sie werden‘s erraten.
 
MTT heisst hier das Wort.
Fitness nennt man es bei uns vor Ort.
Ich gehe hin, ich schau mir die Sache an.
Da heisst es nur: „Wo haben sie ihren Plan!“
 
Die Diagnose wollen sie wissen, ich kann nur klagen.
Rückenbeschwerden reicht nicht, das kann jeder sagen.
Zurück zum Doktor der verweist mich an die Schwester.
Wer hat nur meinen Plan? Den brauchte ich schon gestern.
 
Der Befund – ein langes unaussprechlicher Begriff.
Der Fitnesslehrer erwartet mich mit Pfiff.
Zuerst zehn Minuten Radfahren zum Aufwärmen.
Währenddessen klagen meine Gedärme.
 
Hier ein Gerät für die Muskulatur und für Ihr Genick.
Überall zieh ich dran, manchmal auch mit Geschick.
Für den Bauch hat er kein Gerät parat.
FDH ist da besser angesagt.
 
Ich blicke über die Schulter kurz mal zurück.
Nummer sechs macht mich ganz verrückt.
Endlich darf ich die Treppe heruntergehen, ganz  allein.
Dunkelheit schleicht sich zum Fenster herein.
 
Treff ich den Doktor kurz mal auf den Flur.
Sie sollen zwischendrin mal im MTT antreten nur?
Sprach weiter: Eine Stunde ist für Sie viel zu lange.
Da werden ihre Nerven viel zu bange.
 
Der ganze Nachmittag war für die Katz.
Ich gehe zum Abendessen, lauthals da jemand schmatzt.
Es muss sein in diesem Alter und mit Prothese.
Wieder gibt es Wurst, Brot und Käse.
 
Hobbytime, wir laufen den Flur entlang.
Finden nach langem suchen endlich den richtigen Gang.
Der Pfeil zeigt nach oben, es nützt kein Gewimmer.
Ich klopfe, Potz-Blitz ich lande bei einem Herrn im Zimmer.
 
Suchen Sie Aufzug eins? Drücken sie Etage fünf! Das wird ein Gewinn.
Steigt man aus, ist man im dritten Obergeschoss!?! Welch Unsinn.
Ein Schaukasten zeigt uns die fertigen Töpfersachen an.
Die Lehmklumpen-Designerin  hat ihren Sohn auf dem Arm.
 
Hier ist es mir zu kalt, das Kind weint vor sich hin.
Ich habe was anderes, was besseres im Sinn.
Fussball gibt es im Fernsehraum eins, ich möchte Nachrichten sehen.
Wollte schon ins nächste Zimmer gehen.
 
Tor ruft jemand im dunklen Zimmer drin.
1860 hat unentschieden gespielt.
Gegenüber sitzt der Pastor und wartet diskret.
Bis seine Lämmchen kommen zum Abendgebet.
 
Auf dem Zimmer erwartet mich Wärme zur Abendstund.
Ich bastle, lese und male, das ist ein angenehmer Grund.
Der Laptop ist praktisch, ich schreib schnell was hinein.
Ab ins Bett - Licht aus – Ich schlafe schnell ein.
 

 

 

       

 

 

 
 

 
 
3.        Tag in Bad Nenndorf  - Moortreten
 
Morgens pünktlich krabbel ich aus dem Bett.
Das Kreuz tut weh, das ist nicht nett.
Ich zieh mich an, Jogging-Hose und so.
Das Frühstück macht mich wieder froh.
 
Auf dem Zimmer läutet das Telefon.
Der Ehemann erwartet mich schon.
Erzählt mir das Neueste von zu Haus.
Ach wär die Quälerei bald aus.
 
Zum Professor muss ich heute gehen.
Der will mich unbedingt mal sehen.
Der Oberarzt, der klärt ihn auf.
Viel will er wissen, von mir, obenauf.
 
Fast hätte ich die Gymnastik vergessen.
Herr Müller erwartet mich wie besessen.
Viele arme Hascherl sitzen vor der Tür.
Manche sind dagegen, manche dafür.
 
Auf dem Bauch liegen, die Arme strecken.
Beim Doktor musste ich vorher die Zunge rausstrecken.
Mit den Beinen mal links und mal rechts wippen.
Die Gegenüber von mir hat rote Lippen.
 
Auf den Rücken rollen und weiter im Trab.
Po in die Höhe und wieder hinab.
Knie anwinkeln bis das der Muskel zieht.
Auf allen Vieren krabbeln und Wiederholung vom Lied.
 
Den Eingang H suche ich etwas später.
Dort riecht es nach Moor und etwas Äther.
Zwanzig Minuten trete ich in brauner Brühe herum.
Bei zweiundvierzig Grad wird es mir nicht zu dumm.
 
Königsberger Klopse stehen heute auf dem Speiseplan.
Drei Kleine Kugeln mit Erbsen auf weißen Porzellan.
Als Nachspeise signalisierte  grässlicher Pudding ganz braun.
Jemand winkt mir zu wie ein verdutzter Clown.
 
Ob ich mit ins Senioren-Theater gehen will.
Taxifahrer soll ich machen, so heisst das Spiel.
So haben wir nicht gewettet. Ich steh auf der Straße dann -
Und komm an meinen Parkplatz nicht mehr heran.
 
In der Wandelhalle gibt es köstliches? Wasser mit Sulfaten.
Dazu viel Mineralien und einer Menge Nitraten.
Das Wasser ist kostenlos, das ist wenig.
Nur das Abspülen kostet fünfzig Pfennig.
 
Stillsitzen beim Basteln ist für mich sehr hart.
Wir dekorierten für den weihnachtlichen Markt.
Schleifen und Kränze wurden gebunden.
Gold und Glitzer die Geschenke abrunden.
 
Nach dem Abendbrot lud der Shanty-Chor ein.
Seemanslieder sang der Bad Nenndorfer Männer-Gesangs-Verein.
Das Fernsehprogramm mit Rätseln uns lockt.
Ein Kandidat hat eine Frage ganz schön verbockt.
 

 

 

       

 

 

             WINDMüHLEN

             GIFHORN        

 
 

 
4.        Tag Bad Nenndorf  Nenndorf Windmühlen
 
Samstag ist unser erster Ruhetag.
Keine Anwendung keine Plag
Trotzdem steh ich um sieben Uhr schon auf.
Ohne Hetze, ohne mühevolles Geschnauf.
 
Gifhorn mit seinen Windmühlen, einfach meisterlich.
Die will ich sehen,  die erwarten mich.
Im Museum gibt es massstabs-getreue Nachbildungen.
Molin Rouge und Polen stehen nebeneinander ungezwungen.
 
Mit meinem Roller fahr ich durch den Park, wunderschön.
Edel und reich vergoldet, die russische Stab-Kirche anzusehn.
Eine ältere Ikonen-Malerin ist fleissig dabei.
Zeigt ihr Können und ihre Werke uns Besucher, derer zwei.
 
Im Auto halte ich kurz Mittags-Schlaf.
Jetzt fahr ich weiter, ausgeschlafen, jawohl ich bin brav.
Im Ortskern haben sie für die Jugend aufgebaut.
Eine Eisbahn, schön gekühlt, damit sie nicht abtaut.
 
In einem kleinen Dorf ist Weihnachtsmarkt.
Dort wird mit den Verkaufspreisen noch gespart.
Eine Kartoffel mit Avocado-Dipp ist mein Mittagessen.
Das ich noch was in der Klinik bekomme, das kann ich vergessen.
 
Hundemüde leg ich mich hin, bin genug gerennt.
Jetzt hab ich glatt den Nachmittag verpennt.
Der Abend endet mit TV und Ratestunde.
Das Lieblingsprogramm in aller Munde.
 

 

 

       

 

 

             STEINHUDER

             MEER       

 
 

 
5. Tag Bad Nenndorf Steinhuder Meer
 
Die Reihenfolge ist wie zu Hause.
Frühstück, Schwimmen und Pumuckl schauen.
Nur Sonja und Hildegard bitten um mein erscheinen.
Auf dem Weihnachtsmarkt für Senioren und die Kleinen.
 
Nach dem Mittagessen lad ich Gisela ein, - daher.
Zu einem Ausflug an das Steinhuder Meer.
Acht Grad bei leichter Windes-Kühle.
Wie angenehm ich die Sonne auf meiner Haut fühle.
 
Bei einer Gärtnerei ist wieder Weihnachtsmarkt.
Schön Teuer, elegant und alles sehr apart
Wir lassen uns die heiße Schokolade schmecken.
Christstollen essen und Schokolade am Stil abschlecken.
 
Im Nächsten Dorf das gleich Gebimmel.
Wir stürzen und nochmals ins weihnachtliche Getümmel.
Ein Bauernhof hübsch dekoriert und hergerichtet.
Alles anschauen, prächtig, das verpflichtet.
 

 

 

       

 

 

             WEIHNACHTEN

             SPUEREN        

 
 

6. Tag Bad Nenndorf Infa
 
Was steht heute auf dem Plan.
Die Woche fängt mit Moorpackungen an.
Kommen sie ruhig, ziehen sie sich aus.
Hier sieht sie keiner, hier gibt’s keinen Applaus.
 
Auf die Liege kippt er ganz stramm.
Einen Kübel undurchsichtigen Moor-Schlamm
Dunkel und wabbelig,  da leg ich mich drauf.
Bei 42 Grad halt ich es wunderbar aus.
 
Nach zehn Minuten schreit mein Rücken – oh weh.
Der Nerv zieht durch den Körper bis zur großen Zeh.
Langsam und bedächtigt, die Dusche ein Geschenk.
Der Wasserschlauch wird auf mich gelenkt.
 
Noch eine halbe Stunde ruhen.
Dann hinein in die festen Schuhen.
Bis Mittag hab ich mein Pensum geschafft.
Nun hab ich frei, am sonnigen Nachmittag.

 

             KAMINEINBAU

             ERLEBNIS          

 

Die INFA ruft, man glaubt es kaum.
Hausfrauenmesse mit Weihnachtstraum.
In Halle zwei sieht man sodann.
Für kleine Kinder den Weihnachtsmann.
 
Möbeln, Handwerk und internationale Esserei.
Das alles anzuschauen ist die reinste Hexerei.
Das Kickboard hilft mir über die lange Strecke.
So manchen sehnsuchtsvollen Blick ich erwecke.
 
Radio NDR 2 gibt von sich das Beste.
Als bayerischer Kandidat lass ich mich testen.
Von zehn Fragen hab ich neune gewußt.
Der hannoveranische Gegner schaut nur verdutzt.
 
Als Siegerpreis bekam ich Antje.
Vom NDR ein Seehund, eine Altbekannte.
Zurück  geht es zum Parkplatz Nummero Nord vier.
20 Minuten Laufzeit, avec mit Pläsier.
 
Beim Abendbrot kommt eine Neue an.
Nun sind wir acht Damen am Tische  ohne Mann.
Das Fernsehprogramm mit Nachrichten von Morgen.
In der USA ist Busch Präsident geworden.
 
Rummie (sprich>Remmie) wird im Fojer gespielt.
Mein Nachbar hat auch einmal gesiegt.
So ist der Tag ganz schnell vorbei gegangen.
Die Klinik hält mich noch weiterhin gefangen.
 
 

 

 

       

     
 

7. Tag Bad Nenndorf
 
Heute hät ich fast verschlafen.
Es war so trüb da drauß.
Ich träumte von Bremerhaven.
Wollte hoch hinaus.
 
Ein Stock tiefer mußte ich.
Das nasse Element aufsuchen.
Hier strapazierte man mich.
Lieber wäre mir ein Stück Kuchen.
 
Wassergymnastik ich mußte lachen.
Da stand Jazzen auf dem Plan.
Ich zog an meine Schwimm-Sachen.
Zog nun meine Wasser-Bahn.
 
Oh, nein, so geht das nicht, sprach ein schlanker Mann.
Der hatte gut reden.
Hier halten sie sich alle mal an der Stange an.
Sie müssen sich nach meinem Kommando bewegen.
 
Fünfzehn Minuten wurden wir gedrillt.
Beine vor und zurück die Arme ebenso.
Kurz ein Lob, dann weiter mit Drill.
Aber doch nicht wackeln mit ihrem Po.
 
Medifit oder Fitneß das war vorher dran.
Verschiedene Geräte sind hier placiert.
Für Rücken und Nacken, ich bin gespannt.
Es hieß: Nun bewegen sie sich mal ungeniert.
 
Fleißig bin ich gewesen heute.
Bei der Vorlesung machten wir es uns bequem.
Eine Einladung an viele Leute.
Alltagsdrogen sind ein verbreitetes Problem.
 
Ich blätterte im Lexikon ganz ahnungslos.
Eine Gemeinde im Landkreis Schaumburg.
Heilbad mit Sol- und Schefelquellen und Schloß.
Bad Nenndorf am Nordende des Deister und Kur-Chirurg.
 
 
 

 

 

       

 

 

             TIERE

             LEBEN          

 

 
 

8. Tag Bad Nenndorf  Tierpark
 
Früh morgens um sechs hieß es hier:
Aufstehen und gleich wieder hinlegen!
Ich war noch verschlafen das glaube mir.
Moorpackungen das war das bestreben.
 
Nach all den Anwendungen die man so hat.
Sollte man die  glänzende Sonne genießen.
Traumhaft schön war der strahlende Tag.
Ich wollte sehen im Krater die Blumen sprießen.
 
Tatsächlich, im kleinen Weiher.
Spiegelten sich am Wassergrund;
Dahinter krächzten schon die grauen Reiher;
Da drinnen befinden sich bunte Blumen im Kraterschlund.
 
Der kleine Privat-Zoo hat viel zu bieten.
Turmfalk und Turkmenischer Uhu saßen da.
Seltene Vögel hört man zwitschern und piepen.
Der weiße und grüne Pfau, sie schlugen ein Rad
 
Der Weißstorch überwintert gerne hier
Mandarin-Enten, Rothalsganz aus dem Ural.
Fremde Eider-Enten , auch sie lieben das Quartier.
Geschützt vor Zugriff das Plätzchen ihrer Wahl.
 
Schnee-Eule, Ohren-Eulen, Gold- und Ohren-Fasan.
Der Habicht verfolgt die Dohle und Krähe.
Um neun Uhr ist Frühstück nach Natur-Plan.
Die Tauben kommen erst später heraus; wehe, wehe.
 
Der Papagei mit seinem bunten Gefieder.
Im Käfig der Waschbär, Salat und Äpfel frisst.
Plappert alles nach und pfeift kräftige Lieder.
Und der Gockel kräht auf dem Mist.
 
Der Deister ein riesiges Waldgebiet.
Man kann schöne Spaziergänge machen.
Der Schwarzspecht klopft wie der Schmied.
Hier kann man Frische tanken und fröhlich lachen.
 
Alltagsdrogen bewältigen das Thema.
Eine Rede von einer jungen Psychologin.
War am Nachmittags daran mit Schema.
Reden halten wie eine Pädagogin.
Es beruhte manches auf Logik
 
 

 

 

       

 

 

 
 

 9. Tag Bad Nenndorf  Sehsucht
 
Sehnsucht nach zu Haus.
Wo sind die hilfsbereiten Elfen?
Breitet sich in mir aus.
Ein Telefonanruf kann helfen.
 
Zu berichten gibt es heute wenig.
Nur zu beklagen die Schmerzen.
Füße, Rücken, Muskeln dehn ich.
Alles schmerzt, auch das einsame Herz.
 
Der Arzt läuft mir über den Weg.
Er hat nur ein paar Sekunden Zeit.
Was nur in seinem Berichte steht?
Kennt er wirklich meine schwere Krankheit?
 
 

 

 

       

     
 

 
10. Tag Bad Nenndorf -  Fitness-Qualen
 
Zum Fitnesscenter geh ich mich recken.
Wenig Leute sind heute da.
Fahrrad fahren, Rücken strecken.
Ein Fitnesslehrer der war da.
 
Der geschorene Jüngling war nicht bereit.
Zu helfen den Patienten am Gerät.
Sein Telefon benutzte er die meiste Zeit.
Da war es schon zu spät.
 
Ich wollte nur mal kurz probieren.
Doch nach dem zweiten Test war klar.
Das durfte ich nicht riskieren.
Und wollte sofort beenden diese Qual.
 
Anstatt beim ersten Schrei sofort zu springen.
Er erkannte nicht den Ernst der Lage.
Beschäftigte er sich mit Telefon und anderen Dingen.
Vor lauter Angst ich einen Ruck wage.
 
Genau das war verkehrt und oh schnief -.
Ein Schmerz zog durch den Oberschenkel, ich glaubte es zuerst nicht.
Ein anderer Patient zeigte mir den Befreiungs-Trick.
Nur helfen, daß sah der Fitness-Trainer nicht an als seine Pflicht.
 

 

 

       

 

 

           RONEBERG   

 
 

 
11. Tag Bad Nenndorf – Rodenberg
 
Heute ist Samstag das ich nicht lach –
Zum Frei-Feiern bin ich viel zu schwach.
Ich wollte, ich täte gerne die Sonne genießen.
Doch meine Rückenschmerzen sprießen –
 
In alle Richtungen und lassen mich –
Im Zimmer einsperren. Wie hält man das bloß aus
Mit all den Schmerzen verlasse Nachmittag das Haus.
Besuche einen Weihnachtsmarkt – so klein wie ein Zwerg.
 
Der Ort heißt Rodenberg
Zu Fuß könnte man sich bewähren,
Wenn die Fußsohlenschmerzen nicht wären.
So geht der Tag schnell herum.
Abendessen – Kartenspielen – sei es darum.
 
 
(Der Arzt meinte ich soll trotzdem mehr spazierengehen)
 
 

 

 

       

     
 

12. Tag Bad Nenndorf  Adventfeier
 
Morgens werde ich viel zu früh  wach.
Sonntag ist, das wird ein langer Tag.
Vormittag lese ich einen Schmalz-Roman.
Dann ziehe ich mich feierlich an.
 
Das erste Adventsfest feiere ich auf der Kur.
Schon zum dritten Male, dabei wollte ich nur
Mich erholen von all den Qualen
Was wird ich wohl müssen - draufzahlen.
 
Frau Stock hat festlich dekoriert den Speisesaal.
Kuchen gabs, drei Sorten zur Aus-Wahl.
Die Kinder sangen Weihnachtslieder.
Alle Jahre kommt das Christkind wieder.
 
Ich durfte ein Gedicht vorlesen.
Es machte Spaß dabei - zu sein  - gewesen.
Abends ward man dem Spielen angetan.
Karten spielen – Rummy – ward auf dem Plan.
 
 

 

 

       

     
 

13.Tag Bad Nenndorf - Kurkoller
 
Um sieben Uhr hieß es ab ins Moor.
So ein Befehl kommt öfters vor.
Obwohl das Wasser mich stützte.
Das schmerzhafte Liegen nichts mehr nützte.
 
So ruh ich mich im sitzen aus.
Nach zwei Stunden darf ich in die Sonne hinaus.
Für das bevorstehende Weihnachtsfest ich ausflippe,
Besorge ich Pullover und eine Holz-Krippen.
 
In der Einladung stand ganz klar.
Ein Radio ist für jedermann da.
Doch was nützt mir der Sender mit steter Power.
Dabei bekomme ich nur Kurkoller und Magen-Flower.
 
Ein Radio mit Strom, das ich nun ansteck.
Das spielt nun meine Sehnsucht weg.
Die Sehnsucht nach zu Hause, ich bin benommen.
Die Sehnsucht keinen Besuch zu bekommen.
 
Dazu kommt noch ein Rüffel, ich fühl mich wie im April.
Weil ich einer Vorlesung zuhören will.
Ein Vortrag ist, so sagt immer die BFA,
Pflicht und zum Informieren da.
 
Richtig Essen, richtig gehen.
Wie sollte richtig der Stress vergehen.
Dazu kommt Alkohol und zuviel Pillen.
Das ist bestimmt nicht mein Wille.
 
Die Krankheit Frybom ist eine besondere Form.
Von Rheuma und schmerzt in den Muskeln enorm.
Der Doktor sagt aus seiner Sicht.
Die Krankheit  haben sie nicht.
 

 

 

       

     
 

14.Tag Bad Nenndorf  - Reistag
 
Die Kopfschmerzen werden nicht besser.
Sie stechen wie scharfe Messer.
Die Fußsohlen ärgern mich auf’s Neue.
Auf schmerzfreie Zonen ich mich freue.
 
Moorpackunge, Gymnastik – Fitness drechseln
Den Parkplatz muss ich wechseln.
Weil eine 100% schwerbeschädigte Frau darauf besteht.
Fragt sich nur ob sie sicher im Verkehr geht.
 
Hinter sie will ich meinen kleine Polo
Nicht stellen, ich bleib lieber Parkplatz-Solo.
Beim Frühstück hieß es  Stop und nicht geklagt.
Entwässerungkur oder Reistag ist angesagt.
 
Morgens  hat man tiefgekühlte Früchte gewählt.
Die und Reis habe ich lieber warm bestellt.
Zum Abend das gleiche und dazu Reis ganz weich.
Viel Wasser trinken und Obst zum Ausgleich.
 
Nur Mittag da war ich gar nicht einverstanden.
Fett war die Hauptzutat, das mußte ich beanstanden.
Reis mit gedünsteten Zucchini wäre gut gewesen.
Da wählte ich lieber grünen Salat und das reichlich bemessen.
 
 

 

 

       

 

 

           NiKOLAUS   

           KOMMT

 
 

15.Tag Bad Nenndorf Nikolaus
 
Das Morgenrot war überwältigend am Himmel.
Als wenn Engel rote breite Tülltücher schwingen.
Macht man die Zimmertür auf, welch reizende Kür.
Hängt ein kleiner Nikolaus an der Tür.
 
Im Radio sagt der Sprecher etwas.
Schlichte Worte „Da war doch noch was?!“
Stimmt Nikolaus und Geburtstag war dran.
So rief ich gleich Uli und Liselotte an.
 
Beim Gymnastik kommt uns die Therapeutin sehr entgegen.
Alle sind gleich, oh nein, von wegen.
Jeder hat ein anderes Leiden.
Anstrengungen wollen wir vermeiden.
 

Und Abends singt der Chantychor.
Uns Seemannslieder vor.
Walter von Gesangsverein.
Schlüpft ins Nikolauskostüm hinein.
 
Sagt ein Gedicht auf, oh das war lang.
Wir lachten darüber, wurden nicht bang.
Freuten uns auf die Nikolausgaben.
Diätplan gestrichen, wir dürfen uns laben.
 
 
 

 

 

 

             SHANTYCHOR

                    

  

     

     
 

 
16.Tag Bad Nenndorf- Ruhekissen
 
Trist und traurig wird heut der Tag.
Bei den Anwendungen ich etwas verzag.
Der Doktor kam mit der Schwester.
Ich klagte mein Leid, es wird nicht besser.
 
Das Essen hab ich umgestellt.
Besorgt hab ich nur das Beste gewählt.
Keine Mehl-Papp-Suppe, keinen Süßstoff-Puddig danach.
Nur viel Obst zwischendurch und hernach.
 
Gegen eins wir hatten einen Termin.
Auf 107 alle bestellten Patienten waren  drin.
Nur der  Redner schlief, träumt in seinem Ruhekissen.
Bis wir ihn durch den Pieper wecken ließen.
 
Er entschuldigte sich nicht, erzählte und dann.
Das kann jedem passieren und fing mit dem Vortrag an.
Nach einer Stunde, es war zwar interessant.
Sträubte sich unser Geist unverwandt.
 
Ich beschließe einen Weihnachtsmarkt zu besuchen.
Bei Glühwein, Kerzen und Apfelkuchen.
Das war gestrichen bei mir.
Ich sehe nur Lichter, Geschenke da und hier.
 

 

 

       

     
 

17.Tag Bad Nenndorf
 
Frühmorgens auf  dem Frühstückspfad
Anschließend ab ins Haslauer-Moor-Bad.
Doch was soll ich sagen.
Der Kreislauf wollt unmögliches wagen.
 
Sterne sah ich flimmernd vor mir aufgebaut.
Zusammenklappen gilt nicht, ich rief ganz laut.
Das Ruhen dauerte dann eine Stunde.
120 zu 70 hieß die Blutdruck-Kunde.
 
Vormittag durfte ich im Zimmer verbringen.
Ein weihnachtliches Bild wollte mir zart gelingen.
Die Drei Könige ich auf ein anderes Blatt bann.
Nun bin ich wieder obenauf, was stell ich heute an?
 
Mittagessen? Oh je, schon wieder die gleiche Suppen.
Der gleiche Pudding marschiert auf in Schüssel-Gruppen.
Nur die Namen die ändern sie konsequent.
Die gleichen Speisen, man dann etwas anders nennt.
 
Ich streike und denk an Dr. Dörsch der sagt:
Oder war es die Psychologin die uns gab den Rat:
Entspannen und mal was für sich tun.
Streß abbauen und einfach mal ausruhen.
 
Noch besser wäre: Man tut sich was Gutes an.
Drum nehme ich heute eine Einladung an.
Jawohl – Das eintönige Essen kann mir gestohlen bleiben.
Morgen kehr ich zurück ins Kur-Kessel-Treiben.
 
 

 

 

       

 

             W-BUSCH

             WIEDENSAHL

 
Geburtsort Wiedensahl W.Busch
1832 - Was geschah 1832
Text zu den einzelnen Zeichnungen
Laudatio an W.Busch von Zauberblume
Max und Moritz am Fenster
Bolten's Deele

Gästebuch für Bolten's Deele

 

             W-BUSCH

             WIEDENSAHL

 
 

 
18.Tag Bad Nenndorf
 
Eine Reise in die Vergangenheit
Wollten wir erleben.
Wir fuhren nach Loccum, die waren nicht bereit.
So konnten wir das Kloster nicht sehen.
 
Weiter gings ich überraschte Anneliese.
Mit einer Fahrt nach Wiedensahl.
Tja sie glaubte mir nicht die Geschichte – diese,
Daß Wilhelm Busch hier geboren war.
 
Bolte’s Deele! Bolte - der Name war mir bekannt.
Aus Max und Moritz den Lausbubengeschichten.
Sie lebte tatsächlich so um 1732; als Witwe benannt.
Busch konnte über Anna Maria Bolte  lustiges Dichten.
 
Sie heiratete Johann Jost Oetker worauf -
Man  Sie nur noch die „Oetkersche“ nannte.
Die Brathähnchen wurden tatsächlich geklaut.
Wie Busch es seinerzeit bekannte.
 
Seine Nachfahren schwimmen in Pudding aus Kartoffelstärke.
Von der Zuckerrübe das Ergebnis ist der Vanille–Zucker.
Backpulver und sonstiges hergestellt in Oetker’s-Werke.
Zur Erholung fahren sie nach Wiedensahl zur Mutter.
 
Der Ur-Ur-Enkel Horst Bolte erneuerte 1970 den Hof.
Drei Steine im neuen Herd, gebaut mit leisen Schmerzen.
Weitere Gegenstände gibt es auf der Tenne, im Erdgeschoß.
Auf Bolte’s Deele schlagen neue Generation’s Herzen.
 
Wilhelm Busch war geboren im ereignisreichen Jahr.
1832 da geschah so viel
Als Goethe starb, kam „ER“  - , das ist doch klar.
Eine bewegte Zeit in Wiedensahl kam ins Spiel.
 
„Fliegende Blätter“ 1858 arbeitete er für die Zeitschrift.
Seine ‚tonige‘ Malweise wurde wenig beachtet.
Er schwang mit Vorliebe als Graphiker den Zeichenstift.
So entstanden temperamentvollen Landschaften.
 
Up to deel“ rief  Wilhelm gut gelaunt.
Ab ging’s zu Selbstgebrauten und zu „Bolten’s – Deele“
Im Dorfe man über ihn raunt.
Es entwickelten sich Geschichten mit Parallele
 
Sein Augenmerk war auch auf Schreiben gerichtet.
„Julchen“, „Eduards Traum“ und „Zu guter Letzt“
„Die fromme Helene“ ebenso  selbst gedichtet.
In „Abenteuer eines Junggesellen“ er gerne petzt.
 
Dazu  Graphiken in schwungvoll-bewegtem Zeichenstil
Berühmt wurden Witwe Bolte und  Lehrer Lempe.
Seine Bilder erzählen so manches und sehr viel.
Tausend Gedanken bewegten sich  unter seiner Hut-Krempe.
 
Dazu unsere beliebten Zwei.
Immer zu Streichen aufgelegt.
Max und Moritz legten so manches Kuckucks-Ei.
Das Leben dieser Beiden war sehr bewegt.
 
Im Sommer ging er gerne auf Reisen.
Durch des  Schöpfer’s Natur  und Land.
Zurück, schrieb er auf,  seine Weisen.
Im Winter er sich im Dorfe Wiedensahl befand.
 
Aus Erzählungen kannte er so manche Dorfgeschichte.
Das wirkliche Hähnchen-Angeln aus dem Kamin.
Was geschah damals bei Ur-Großmutters Nichte?
Er zeichnete alles als Geschichte hin.
 
Dort  wurde er mit Argwohn betrachtet.
Auf  dem Rücken überkreuzt seine Hände, so ging er;
Durch das Dorf. Sein scharfer Blick  alles beachtet.
Was später er zu Papier gab, so manch Maleur.
 
Es half kein jammern, kein Händefalten.
Es half kein stiller Sehnsuchtsblick.
Es wurde in Wort und Schrift festgehalten.
Ging er zu seinem Schreibtisch zurück.
 
Der Bauer hatte verschlafen und rannte im Schlafgewand.
Schnell die Kühe zu melken, das war nur sein Sinn.
Das Gesicht unter der Zipfelmütze verschwand.
Für Busch war dies ein Gedanke, ein Zeichen-Gewinn.
 
„Aus dem norddeutschen Bauernleben“ zu erzählen.
Das war beliebt bei Wilhelm Busch.
Dabei nicht immer die richtigen Worte wählen.
Es nützte keine Warnung, kein Ducken und kein „Kusch“.
 
Für mich war das ein ereignisreiches Erlebnis.
Das ich nicht müssen möchte, ich habe viel dazugelernt.
Ob ich nomals hierher kommen werde, ist nicht gewiss.
Den München ist zu weit entfernt.
 

 

 

       

 

 

             CELLE          

                    

 
 

 
19. Tag Bad Nenndorf – Celle
 
Das Wetter ist wunderschön am Morgen.
Wir wollen nach Celle fahren.
Dort vertuschen wir die Sorgen.
Historisches kann man da erfahren.
 
Ruhig ist es auf den Straßen.
Der Weg führt uns nach Norden.
Über Autobahnen und Landstraßen.
Gute Laune brauchen wir nicht borgen.
 
Die Verkehrszeichen schicken uns verkehrt.
Wer hat die dort hingestellt?
Sie sind nicht sehenswert.
Wir haben den richtigen Weg gewählt.
 
650 Häuser unter Denkmal stehen.
Glorreich  herausgeputzt das Schöne.
Wir wollen den Weihnachtsmarkt sehen.
Es klingen weihnachtliche Töne.
 
Wir essen Champion serviert in Pappe.
Es gibt Lichterketten und Kugeln für den Baum.
Krippen mit Figuren, Türen und Klappe.
Nur Schnee ist Mangelware, er bleibt ein Traum.
 
Im Museum besuchen wir den Nikolaus.
Der Bastelmarkt zeigt des Künstlers Stärke.
Eingerichte Stuben wie damals im Bauern-Haus.
Glasbläser und Scherenschnitt-Werke.
 
Nachmittags war ich dann k. o.
Ich verschlief so manche Stund.
Abends war ich wieder froh.
Wir wollten einfach mal nichts tun.
 

 

 

       

     
 

 
20.Tag Bad Nenndorf - BEA
 
Moorpackungen und Turnen im Kellerraum.
Viel zu viele lagen auf den Matten.
Wir gackerten alle, für den Therapeuten ein Grau’n.
Einzeltherapie wäre besser für die Nimmersatten.
 
Der Himmel war behangen, leicht bedeckt.
Besuchte die seltenen Tiere die es dort gibt.
Suchte den Krater, der im Wald versteckt.
Habe mich in den Bea verliebt.
 
Oh, er kann sprechen: „Kannst Du spanisch?“
„Gib Küsschen“ sagte er ganz ungeniert.
Einen unausprechlichen Satz in Türkisch.
Pfia Gott - habe ich mit ihm ausprobiert.
 

 

 

       

     
 

21.Tag Bad Nenndorf -Basteln
 
Sonja Wehrhan die Leitung der Gruppe.
Bastelte allerhand mit den Patientinnen.
Dazu gab es Kaffee und Kuchen, keine Suppe.
Die vielen Ideen lassen uns gewinnen.
 
Man, Frau, nähte Bären – war dabei.
Puppen mit schönen Kleidchen und Gesicht.
Serviettentechnik war der Letzte Schrei.
Den Männern lag das Basteln nicht.
 
Schöne Sachen in Artischocken-Technik.
Gebundene Kränze für jeden Zweck.
Auf Lager hatte sie so manchen Trick.
Ich habe den Schleifen-Engel (Am 28.11.2000) entdeckt.
 
Ja - Ich habe einen Schleifenengel erfunden.
Beliebt ist dieser, er macht seine Runden.
Der eine probiert sich selber daran.
Der Andere kauft ihn fertig dann.
 
Mariechen, Käthie und Hildegard haben geschwitzt.–
Zeigten Sonja was im Leben bindet.
Wie man hervorragend zusammensitzt.
Ein Nachmittag der das Angenehme verbindet.
 
Die Zeit vergeht viel zu schnell.
Man lernte sich ausgiebig kennen.
Vielleicht sieht man sich wieder – eventuell.
Leider müssen wir uns wieder trennen.
 
Bad Nenndorf und Rodenberg hatte für mich einen Sinn.
Ich komm aus München im schönen Bayernland.
Der Weg führte mich zur Kur dorthin.
Eine neue Freundschaft reichte uns die Hand.
 
 

 

 

       

     
 

22.Tag Bad Nenndorf – Ende der Kur und Abreise
 
Zu Ende war die Kur –
Zu Ende – die Zeit vorbei mit gebrause.
Zu Ende die strapaziöse Prozedur.
Heute geht es wieder nach Hause.
 
Die Autobahn die lud mich ein.
Lange Strecken abzufahren.
Mehrere Pausen mussten sein.
Ich musste mit Kräften sparen.
 
Um vier gings los, vorher die Rechnung bezahlt.
Die Patienten schliefen fest und tief.
In Nürnberg machte ich wieder mal halt.
Der Christkindlmarkt lockte mich.
 
München ich komme sagte ich somit.
Der Ehemann war nicht allein.
Balu, Heinz und die Mutter warteten  mit.
Ich freu mich auf Daheim.
 
Während der Fahrt gingen meine Gedanken zur Kur.
Ich habe mir ein Buch zugelegt.
Ich zeichnete verschiedene vom Personal nur.
Mein Tagebuch habe ich täglich gepflegt.
 
Krankheit bekämpfen –
Gesundheit pflegen –
Schmerzen dämpfen –
Die Kur soll anregen –
 
So schrieb ich mit zarten Worten.
Klebte die Landkarten ein.
Besuchte so verschiedene Orte.
Zeichnungen kamen mit hinein.
 
Basteln mit Serviettentechnik bei Sonja Wehrhahn.
Linoldruck erstellt auf meinem Zimmer.
An oberster Stelle stand der Kurplan.
Schön wars, hierher komme ich immer.
 
Den Gottesdienst habe ich besucht im Haus.
Freundschaftsbänder habe ich geknüpft.
Mein Teddy im Linoldruck, kam fein heraus.
Gelernt habe ich so manches Kur-Plan-Stück.
 
Der Speiseplan darüber will ich nicht mehr sprechen.
Vorträge gab es genug.
Das Spazierengehen oder Laufen hier konnte ich  vergessen.
Wilhelm Busch trieb so manchen Humbug.
 
Weihnachtsmärkte und Windmühlen sich drehen.
Nikolaus und der Shantychor.
Wie schnell konnte die Zeit vergehen.
Beeindruckend der Bad-Nenndorfer-Männerchor.
 
Ausstellung im Bürgerhaus.
Einen Friesischen Lichterbaum kaufe ich mir.
Ein Künstler stellt seine Plastiken aus.
Eine Rose im Linoldruck – avec mit Pläsier.
 
München ich komme sagte ich somit.
Der Ehemann war nicht allein.
Balu, Heinz und die Mutter warteten mit.
Ich freu mich auf Daheim.
 
ENDE
 

 

 

 

             LINOLSCHNITT

             BAD NENNDORF

             LINOLSCHNITT

             TEDDY         

             LINOLSCHNITT

             ROSENDUFT

             LINOLSCHNITT

              KRIPPE

     

     
 

Nachwort
 
Nur die Schmerzen – die sind geblieben.                                 
 
Nachwort Bad Nenndorf Kur
 
Der Tag plätschert dahin.
Die Weihnachts-Stimmung fehlt mir.
Arbeiten liegt mir noch nicht im Sinn.
Doch dekorieren tu ich die Wohnung hier.
 
Heinz hat einen Toshiba Laptop gekauft.
Er gibt ihn mir zum Ausprobieren.
Er hätte sich nur damit die Haare gerauft.
Test vorbei – ein paar Fehler existieren.
 
Der Maus ihr Ball ist kaputt.
Das CD Rom Laufwerk kommt nicht heraus.
Krempel – Hochwertig oder Schutt.
Mir bleibt nichts übrig als der Umtausch.
 
Es vergeht so ein Tag nach dem Andern.
Ein paar Tage bin ich von der Kur zurück.
Vorbei ist es mit dem Wandern.
Vor Schmerzen werde ich ganz verrückt.
 
Es lässt sich nicht aus, ich kann nur klagen.
Es hiess: Die Kur sollte allen was bringen.
Nur ich kann es nicht wagen zu sagen.
Die Kur konnte  mir zu wenig bringen.
 
Der Rücken ist krumm, es zieht im Herzen.
Die Fußsohlen brennen o graus.
Der Hals ist voll schmerzen.
Ich fahr aus der Haut heraus.
 
So beende ich das Jahr zweitausend.
Arbeitsfähig wurde ich geschrieben.
Alles Vergangenheit – vorbei sausend.
Nur die Schmerzen – die sind geblieben.
 
 

 

 

       

     
 

 

 

 
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