gedichte


 

 

 

 

Tau

 

 

Tau fällt

Schneelicht

Silberglanz

in der Morgendämmerung

leis und still

wie ein Hauch

 

 

Meine Schuld                                                    Frühling 2006

 

Deine liebenden Hände,

du streckst sie mir entgegen.

Ich sehe die Wunden,

sehe die Nägel.

Sie sind durchbohrt von Schuld,

auch von meiner Schuld.

Ich weine und versuche zu begreifen.

„Weil ich dich liebe“, sagst du,

„Weil ich dich so sehr liebe.“

Ich schaue in deine Augen und sehe das Licht.

Ich nehme meine schwarze Schuld

und werfe sie empor,

zu dir,

werfe sie ins Licht.

Wie ein Feuerwerk explodiert sie

und fällt als Sterne zu Boden.

Ich sehe deine Hände,

deine Wunden.

„Für dich“, sagst du,

„ich tat es für dich.“

 

 

Nebel

 Dick ist der Nebel,

der mich umschließt,

dick und schwer.

Er nimmt mir meine Sicht,

nichts kann ihn durchdringen.

Ich bin eingeschlossen in ihm.

Ich gehe

und sehe doch nicht, wohin.

Jeden Augenblick könnte ich fallen,

könnte ich versinken,

in den Tiefen des Nichts.

 

Ein Licht,

langsam kommt es näher.

Der Nebel lichtet sich

und ich sehe dich

mit einer Kerze in der Hand.

Du leuchtest mir den Weg,

auch wenn ich nicht weiter weiß.

Du bist das Licht

in den Nebeln meines Lebens.

 

 

 Der Mond

 Silbrig glänzt er

am pechschwarzen Himmel.

Strahlt hell hinaus in die Dunkelheit.

Ein Lichtschimmer in der kalten Nacht.

Und ist es nicht so,

als würde er dich anblicken,

wenn deine Augen in seinem Glanz versinken,

eintauchen in sein Licht,

als würde er dich an sich ziehen,

als wärst du seins.

 

 

 

 

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