Kinderdecke
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Decken

Eine Kinderdecke ist keineswegs nur eine warme Zudecke für Autofahrten oder den Kinderwagen. Sie kann eine eigene Erlebniswelt oder gar ein heiß geliebtes Heiligtum darstellen.

In den frühen Sechzigern hatten Kinder nicht allzuviele Spielmöglichkeiten, man begnügte sich in ärmeren Haushalten damit, mit Baggermatsch, Blättern und Steinen zu spielen, Juckpulver aus Hagebutten herzustellen, aus alten Kisten imaginierte Autos zu machen oder den Quelle Katalog zum Basteln zu zerschneiden. Zu Weihnachten bastelte man aus Stohhalmen Sterne und zu Ostern blies man Eier aus. An Regentagen konnte man seine Kinderdecke über zwei Stühlen festklammern und sich so eine schummerige Höhle erschaffen, in der man am Kinderherd Haferflocken mit Zuckermilch zubereitete und dabei imaginierte, dass man ein Steinzeitmensch war. Gar schrecklich tönten die Grunzlaute durch das ganze Haus - aber wenn Mama zum Mittag rief, verließ man seine Deckenburg und rannte zum Rouladenfassen. Die gab es natürlich nur selten und Sonntags.

In anderen Haushalten ist die Kinderdecke das meist gehütete Gut, weil Klein-Vera sich in den Kopf gesetzt hat, ohne ihre blaue Schnuffeldecke nicht leben zu können. Sie trägt sich daumennuckelnd mit herum, wo sie geht und steht, sie muss beim Ausflug im Auto liegen und beim ins Bett gehen in den Arm genommen werden. Schwierig die Tage, an denen die Schnuffeldecke einmal gewaschen werden muss - denn Klein Vera sitzt verzweifelnd heulend im Zimmer, wenn sie auch nur einen Moment ohne ihre heilige Schnuffeldecke sein muss. Da nützt es auch nichts, eine zweite zu kaufen - es ist eben nicht DIE Schnuffeldecke.

Ja ja, die Kinderdecke - so manche Mutter kann dazu Geschichten erzählen. Aber ist es nicht köstlich, dass eine einfache Decke derart viel Bedeutung in einem Kinderleben haben kann? kinder-strumpfhose.html

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